Boutiquehotel Donauwalzer, Wien

Info
Boutiquehotel Donauwalzer
Hernalser Gürtel 27
1170 Wien

www.donauwalzer.at

Projektbeschreibung
Im Boutiquehotel Donauwalzer in Wien treffen historische Substanz und zeitgemäßes Hoteldesign aufeinander. Für insgesamt 14 Zimmer wurde ein individuelles Gestaltungskonzept entwickelt, das die Besonderheiten des bestehenden Hauses nicht versteckt, sondern bewusst zum Ausgangspunkt der Planung macht. Das Ergebnis ist eine Sammlung von 14 eigenständigen Zimmern, die unterschiedlicher kaum sein könnten und dennoch eine gemeinsame gestalterische Sprache sprechen.

Die besondere Herausforderung des Projekts lag im Umgang mit dem Bestand. Die Zimmer erzählen von unterschiedlichen Bau- und Umbauphasen: dicke Grundmauern, verwinkelte Raumstrukturen und individuelle Gegebenheiten prägen die einzelnen Grundrisse.

Entsprechend konnte kein Gestaltungskonzept einfach von einem Zimmer auf das nächste übertragen werden. Jede Raumaufteilung musste neu gedacht, Funktionen mussten immer wieder individuell gelöst und die vorhandene Substanz in die Planung integriert werden. Statt die unterschiedlichen Voraussetzungen zu vereinheitlichen, wurde gerade diese Vielfalt zur gestalterischen Chance. Jedes Zimmer erhielt seinen eigenen Charakter und individuelle Details. Unterschiedliche Farben, Materialien und Gestaltungselemente schaffen jeweils eine eigene Atmosphäre, während wiederkehrende Elemente für die Verbindung innerhalb des Hauses sorgen.

Eine zentrale Aufgabe war dabei die Balance zwischen Geschichte und Gegenwart. Die Atmosphäre des historischen Hauses sollte erhalten und spürbar bleiben, ohne dass die Räume museal wirken. Auch der Wiener Jugendstil diente als wichtige gestalterische Referenz – allerdings nicht als wörtliches Zitat. Seine charakteristischen Formen und seine florale Ästhetik wurden zeitgemäß interpretiert und mit einer klareren, modernen Formensprache verbunden. Besonders spannend war die Arbeit mit den unterschiedlichen Raumproportionen und den individuellen Besonderheiten jedes Zimmers. Was bei einem neu errichteten Hotel vergleichsweise einfach standardisiert und adaptiert werden kann, musste hier für jeden Raum neu entwickelt werden. Genau daraus entstand die gestalterische Vielfalt des Projekts.

Auch der Entwurfsprozess selbst war geprägt vom Arbeiten mit dem Bestand. Neue Erkenntnisse vor Ort, veränderte Rahmenbedingungen oder die Wirkung von Farben und Materialien im tatsächlichen Raum führten immer wieder zu Anpassungen und neuen Lösungen. So entwickelte sich das Konzept Schritt für Schritt weiter – von einer gemeinsamen Grundidee hin zu individuellen Gestaltungen, die auf die jeweilige räumliche Situation reagieren.

Die 14 Zimmer zeigen, wie vielfältig ein gemeinsames Konzept interpretiert werden kann, wenn die Besonderheiten des Bestands nicht als Einschränkung, sondern als Teil des Entwurfs verstanden werden.

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